Physiotherapeutische Techniken

 

Bobath Therapie (für Erwachsene) / Elektrotherapie / Ultraschall / Funktionsanalyse nach Dr. Brügger / Kinesiologisches Tapen / Lymphdrainage / Manuelle Therapie / Massage / Medizinische Trainingstherapie / Schlingentischtherapie / Spiraldynamik / Vojta Therapie bei Kindern und Erwachsenen / Wirbelsäulentherapie nach Dorn / WS-Therapie nach McKenzie

  

Bobath Therapie (für Erwachsene)
 
Bei erwachsenen Schlaganfall Patienten ist die Methode nach Bobath die geeignetste
Behandlungsform, um die durch den Schlaganfall verursachten Schäden
(Lähmungen, Spastik, Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen) zu behandeln
bzw. zu beseitigen.
 
Immer den physiologischen (normalen) Bewegungsablauf vor Augen, versucht der
Therapeut den Patienten durch die nötige Unterstützung das Bewegungsgefühl
wieder zu vermitteln bzw. die häufig auftretende Spastik zu reduzieren.
 
Die Methode wird auch bei vielen anderen Krankheitsbildern in der Neurologie
angewandt.

 

Elektrotherapie
 
Mit Hilfe von unterschiedlichen Stromformen kann mit der Elektrotherapie
entweder
 
•  schmerzlindernd
•  abschwellend
•  muskeltonussenkend
•  muskelaktivierend
 
gearbeitet werden.
In der Regel muss die Anwendung absolut schmerzfrei und „leicht kribbelnd“ sein.
 
Bei bestimmten Stromformen kommt es zu einer kräftigen Kontraktion (Zuckung) des
Muskels.
 
Häufig wird die Elektrotherapie begleitend:
 
•  bei Schmerzen am Bewegungsapparat
•  zum Muskelaufbau nach Operationen
•  zur Muskelaktivierung bei Lähmungen
 
angewandt. 
 
 
 
Ultraschall
 
Der therapeutische Ultraschall wirkt schmerzlindernd und abschwellend.
Im Unterschied zur Elektrotherapie hat Ultraschall eine tiefere Wirkungsentfaltung 
(z. B. im Gelenk oder auf Sehnen) und seine Wirkung ist bei der Anwendung nicht zu
spüren.
 
Anwendungsgebiete z.B.:
 
•  Sehnenscheidenentzündung
•  Fersensporn

 

Funktionsanalyse nach Dr. Brügger
 
Bei dieser Therapierichtung handelt es sich um eine Methode, die erst in den letzten
Jahren ihre wissenschaftliche Anerkennung fand.
Dr. Brügger fand heraus, dass Erkrankungen morphologischer Strukturen (Knochen,
Knorpel, Bänder, Bandscheiben) einhergehen mit funktionellen Veränderungen der
Muskulatur.
 
Andererseits wirken muskuläre Veränderungen immer auch auf Knochen und andere
Gewebestrukturen.
Die Ursache dieser Wechselwirkungen herauszufinden, ist Aufgabe der
Funktionsanalyse des Therapeuten.
 
Hauptgrundlage der Therapie ist die Entlastung des Körpers in der Aufrichtung!
Deutlich wird dies anhand des Zahnradprinzips.
Es zeigt, dass bei Aufrichtung eines Körperabschnittes, immer eine entlastende
Wirkung auf den Rest des Körpers stattfindet.
 
Ziel der Therapie ist es, muskuläre Dysbalancen zu beseitigen, um eine ökonomische
Belastung aller Strukturen zu erreichen. 
Dieses Grundprinzip nutzen alle Therapeuten unserer Praxis.

 

Kinesiologisches Tapen
 
„Kinesiologisches Tapen by K-Active“ ist den Eigenschaften der Haut
nachempfunden und übermittelt dadurch „positive“ sensorische Informationen an
den Körper. 
Ziel ist es, die physiologische Bewegungsfähigkeit von Gelenken und Muskulatur
ohne Einschränkung zu ermöglichen und somit endogene Steuerungs- und
Heilungsprozesse zu aktivieren.  
 
Unter ganzheitlicher Betrachtung des menschlichen Körpers mit seinen vielfältigen
Strukturvernetzungen führen bereits zentrale Anlagen z.B. im Brust- und
Bauchbereich zu allgemeinen Verbesserungen. Daran schließen sich lokale Anlagen in
gestörten Strukturbereichen. 
 
Anwendung:
 
Die Methode des K-Active Tape wird bereits in vielen Bereichen, u. a. in der
Orthopädie, Sportphysiologie, Neurologie, Inneren Medizin und Kinderheilkunde
erfolgreich eingesetzt. 
 
Wirkung:
 
Positive Ergebnisse durch: 
 
•  Normotonisierung der Muskulatur
•  Verbesserung der Mirkozirkulation
•  Aktivierung des lymphatischen Systems 
•  Aktivierung des endogenen, analgetischen Systems
•  Unterstützung der Gelenkfunktionen
•  Einfluss auf innere Organe
 
Anlage: 
 
Es werden 4 Anlagetechniken unterschieden, welche je nach Beschwerdebild und
Ergebnisse der vorgelagerten kinesiologischen Tests individuell kombiniert und
ausgerichtet werden. 
 
•  Muskeltechnik
•  Ligamenttechnik 
•  Faszientechnik 
•  Korrekturtechnik
•  Sonderform: Lymphanlage zur Unterstützung der Lymphdrainage 
 
Aufgrund der speziellen Materialeigenschaften wird das K-Active Tape nicht als
störend empfunden, sondern fördert sogar Aktivitäten des täglichen Lebens. 
 
Erste positive Wirkungen stellen sich nach 3-5 Tagen ein. Allergische Reaktionen
werden selten beobachtet. 

 

Lymphdrainage
 
Das Lymphsystem unterstützt den Rücktransport von Gewebeflüssigkeit aus der
Peripherie und ist gleichzeitig ein Teil des Immunsystems.
 
Die Lymphdrainage ist ein sehr langsames und gleichmäßiges Verschieben unter der
Haut, da das Lymphsystem wie ein Netz über dem ganzen Körper direkt unter der
Haut liegt.
 
Durch die Lymphdrainage regen wir die Tätigkeit des gestörten Lymphsystems an
und transportieren so Flüssigkeit, die sich im Gewebe angesammelt hat, ab.
Diese abgelagerte Flüssigkeit nennen wir Ödem. Das Lymphödem ist also eine
Schwellung eines Körperteils, welche für uns sichtbar und tastbar ist.
 
Ursachen für ein Lymphödem:
 
•  angeborene Störung des Lymphsystems (herabgesetzte Lymphtätigkeit)
•  Verletzung des Lymphsystems (Trauma)
•  akute Entzündung (Bakterien, Viren, Pilze)
•  Operationen
•  Maligne Prozesse (Entfernung der Lymphknoten nach Krebsoperation)
•  Insektenstich
 
Kontraindikation 
 
•  Herzinsuffizienz
•  unbehandelter maligner Prozess
•  Entzündung durch pathogene Keime im Akutstadium
 
Die Lymphdrainage ist am effektivsten als KPE (komplexe physikalische
Entstauungstherapie:
 
•  Lymphdrainage
•  Kompressionsbehandlung
•  Bewegungstherapie
 
Ziel der manuellen Lymphdrainage und Kompressionen:
 
Die Auswirkungen der Lymphgefäßerkrankung einzudämmen bzw. zu minimieren.
 
Was kann man selbst tun und auf was sollte man achten:
 
•  Verletzung vermeiden
•  Überanstrengung vermeiden
•  Hitze und Kälte meiden
•  nichts abschnürendes im ödematisierten Gebiet tragen
•  Gewicht halten, Bewegung, Hautpflege
•  Keine Injektion, Blutentnahme, Akupunktur, Phlebographie am geschwollenen
   Gebiet

 

Manuelle Therapie
 
Die Manuelle Therapie ist eine Zusatzausbildung für Physiotherapeuten, die dazu
befähigt, Störungen in den Gelenkfunktionen der Extremitäten sowie an der
Wirbelsäule zu erkennen und zu behandeln.
 
Dabei werden folgende Techniken angewandt:
 
•  Traktion (Ziehen am Gelenk)
•  Translation (Ziehen und Verschieben der beiden Gelenkflächen)
•  Dehn- und Weichteiltechniken an der Muskulatur
 
Eingesetzt wird die Manuelle Therapie in nahezu allen Bereichen der
Physiotherapie:
 
•  hauptsächlich bei Wirbelsäulenbeschwerden 
•  bei eingeschränkter Gelenkbeweglichkeit 
•  nach Operationen und Verletzungen 
•  bei Muskelverkürzungen

 

Massage
 
Bei der klassischen Massage kommen verschiedene Griffe wie Streichungen,
Knetungen, Dehnungen im Bindegewebe, in der Muskulatur und an den Sehnen zum
Einsatz.
 
Über diverse Reflexmechanismen wie Golgi-Sehnenapparat, Ruffinsche und Vater-
Pacinische Tastrezeptoren entspannt die Muskulatur.
 
Der mittelfristig entspannende Effekt auf die Muskulatur ist wissenschaftlich
nachgewiesen.
 

 

Medizinische Trainingstherapie
 
Unter dem Begriff medizinische Trainingstherapie versteht man den medizinisch
gesteuerten Prozess der systematischen Behandlung von Verletzungen und
Dysfunktionen des 
 
•  aktiven Bewegungsapparates und passiven Stütz- und Halteapparates, 
•  des neuromuskulären (Nerven- und Muskulatur), 
•  sowie kardio-pulmonalen Systems (Herz- und Kreislaufsystem, Lungensystem), 
 
mit dem Ziel, die normalen Funktionen des Alltags und der Sportbeanspruchbarkeit
wiederherzustellen.
 
Zielsetzung:
 
•  Stabilisierung bzw. Verbesserung der Muskelfunktion
•  Ausgleich bzw. Minderung von Muskelschwächen
•  Mobilisierung der Gelenkbeweglichkeit
•  Ausgleich immobilisationsbedingter Schäden und Schwächen
•  Sicherung der Gelenke und Prophylaxe gegen Verletzungen
•  Anpassung des Bewegungs- und Stützapparates (Knochen, Bänder, Sehnen) an
steigende Belastungen
•  Verbesserung der Köperwahrnehmung
•  Ganzkörpertraining zur Verbesserung der allgemeinen Leistungsfähigkeit und
Fitness
•  Erreichen einer sportspezifischen Belastbarkeit
 
Indikation der medizinischen Trainingstherapie:
 
•  Schwere Defizite nach Verletzungen/Operationen am Stütz- und
Bewegungsapparat
•  Multiple Verletzungen oder Operationen
•  Beeinträchtigung des Herz-Kreislaufsystems

 

Schlingentischtherapie
 
Der Schlingentisch ist eine Gerätekonstruktion, in der ein Patient die Schwerelosigkeit
am ganzen Körper oder an einzelnen Körperteilen erfahren kann.
Dazu werden einzelne Körperteile mit Hilfe spezieller Seilzüge und Schlingen
aufgehängt.
 
Je nach Lage der Aufhängepunkte können Bewegungen erleichtert oder erschwert,
Zug oder Druck auf ein Gelenk gegeben, Muskeln gedehnt oder gekräftigt werden.
 
Zusätzlich ist der Einsatz von Expandern und Gewichten möglich, um eine intensive
Kräftigung, Dehnung oder Traktion (Zug) zu erreichen.
 
Anwendungsgebiete:
 
•  Entlastung arthrotischer Gelenke z.B. bei Hüftarthrose
•  Entlastung der Wirbelsäule z.B. bei Lumbalgie, Bandscheibenvorfall
•  nach Operationen und unter Ausschaltung der schmerzhaften Bewegungen

 

Spiraldynamik
 
Spiraldynamik – ist eine Gebrauchsanweisung für den Körper, um zu verstehen und
andererseits zu lernen, wie man sich bewegt.
 
Spiraldynamik – ist eine Gebrauchsanleitung, um schon einprogrammierte natürliche
Bewegungsabläufe wieder neu zu erarbeiten und unser Bewegungspotential in uns
zu aktivieren.
 
Sie stammt aus der Erkenntnis, dass viele wichtige Strukturen im Körper spiralig
aufgebaut sind und der Körper in seiner Bewegungssteuerung spiralig funktioniert.
 
Was ist im Körper spiralig?
 
•  Kreuzband
•  Knochenform
•  Spiralband der Hüfte
•  Spiralige Verschraubung des Fußes

 

Vojta Therapie bei Kindern und Erwachsenen
 
Bei der Vojta Therapie werden durch Druck in bestimmte Körperzonen, die im
Rückenmark und Gehirn gespeicherten Grundbewegungsformen, Reflexumdrehen
und Reflexkriechen ausgelöst.
 
Die Aktivierung dieser „Muster“ führt zu einer koordinierten Bewegung, zu einer
Stabilisierung und Aufrichtung der Wirbelsäule und zu einem verbesserten
Gleichgewicht.
 
Bei der Therapie ist die richtige Ausgangsstellung (Position) wichtig.
Gute Erfolge erzielt diese Therapieform deshalb bei Patienten, denen die aktive
Mitarbeit aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich ist.
 
Die Vojta Technik wird eingesetzt:
 
•  bei Neurologischen Krankheitsbildern wie Multiple Sklerose (MS),
Schlaganfällen
•  bei Skoliosen
•  bei Schmerzen durch Haltungsschäden
•  nach Operationen am Bewegungsapparat mit Koordinationsdefiziten in der
Muskulatur
•  bei Retardierungen
•  bei Hüftdysplasien
•  bei Kiss-Syndrom
•  bei Schiefhals
•  bei asymetrischen Haltungen bei Säuglingen und Kleinkindern

 

Wirbelsäulentherapie nach Dorn
 
Es handelt sich hierbei um eine einfache und ebenso wirksame Methode, die ei
Linderung von Rückenbeschwerden beabsichtigt.
 
Viele Funktionsstörungen unserer Körpers werden verursacht durch eine Reizun
aus dem Rückmark herausführenden Nerven.
Das Rückenmark ist umschlossen von der knöchernen Struktur der Wirbelsäule
ist kein starrer Stab oder eine starre Röhre, sondern baut sich aus verschieden
Anteilen (den Wirbeln, Bandscheiben, kleinen Muskeln, Bändern, usw.) auf.
Diese Bestandteile sind beschränkt beweglich und sie können sich unter Umstä
gegeneinander verschieben. Die Nerven, die aus dem Rückenmarkskanal
heraustreten, können infolge einer Verschiebung, Fehlstellung oder Blockierung
einzelner oder mehrerer Wirbel gereizt werden und Schmerzen verursachen.
 
Durch die geübte Hand eines Therapeuten können solche Fehlstellungen an de
Wirbelsäule festgestellt und dann auch auf „sanfte“ Art und Weise korrigiert we
Hierbei werden Muskelfasern, welche die Wirbelkörper miteinander verbinden,
gedehnt und somit die Wirbelsäule wieder optimal positioniert.
 
Anwendungsgebiete:
 
•  Ischiasbeschwerden
•  Hexenschuss
•  Wirbelsäulensyndrom
•  Beckenschiefstand
•  Beinlängendifferenz

 

WS-Therapie nach McKenzie
 
Das McKenzie Konzept ist ein Verfahren zur Diagnose und Therapie von
Wirbelsäulenstörungen.
 
McKenzie teilt Wirbelsäulenpatienten aufgrund einer Untersuchung, bestehend aus
Anamnese (Krankheitsgeschichte) und objektiver Untersuchung, in klinische
Untergruppen ein.
Bildgebende Verfahren werden im Zusammenhang mit der Klinik des Patienten
beurteilt.
 
Die therapeutischen Ziele sind unter anderem:
 
•  Schmerzminderung bzw. -beseitigung
•  Wiederherstellung der gestörten Funktion/Bewegungsverbesserung
•  Verhütung von Rezidiven (Wiederkehren der Symptome)
•  Verhinderung von Chronifizierung
 
Aus diesem Zweck werden die Patienten aktiv in den Therapieprozess einbezogen.
Der Patient erhält, abhängig von seiner individuellen klinischen Problematik, gezielte
Bewegungsprogramme.
 
Die drei Grundsäulen der Therapie sind:
 
•  Konsequente Haltungskorrektur
•  Vermeidung von „schlechten“ Bewegungen im Alltag
•  gezielte Übungen, die mehrmals täglich ausgeführt werden müssen
 
Die Wirksamkeit der McKenzie Therapie wurde bisher in über 100 klinischen Studien
bewiesen. Die Weiterentwicklung dieser Therapie und die Ausbildung der
Therapeuten ist die Aufgabe des McKenzie Institutes. Den Vorsitz weltweit vertritt
noch immer Robin McKenzie, Arzt und Physiotherapeut in Neuseeland.
 
Nützliche Literatur:
 
Für Patienten:  „Behandle deinen Rücken selbst“
    ISBN 0-95977468-8
 
    „Die Selbstbehandlung für den Nacken“
    ISBN 0-95977461-0
 
Für Therapeuten:  „Die Lumbale Wirbelsäule“
    ISBN 0-9597746-4-5

 

 

 

 

Weitere Informationen zur Vojta Therapie.

Teilweise werden bestimmte Therapien nur in Bayreuth bzw. Kulmbach durchgeführt.
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